Zwei Jahre vor den Hauptereignissen verlor Chad bei einem Wanderunfall sein linkes Bein. Die Genesung war ein erschütternder Kampf—gegen Schmerzen, gegen Demütigung, gegen das Gefühl, weniger wert zu sein. Doch Chad kämpfte sich zurück und erhielt schließlich eine maßgefertigte Kohlefaser-Prothese im Wert von 7.000 Dollar. Sie war mehr als nur ein Hilfsmittel: Sie war seine Freiheit, seine wiedererlangte Unabhängigkeit, sein Ticket zurück ins Leben. Mit ihr konnte er rennen, wandern, leben—ohne sich ständig erklären zu müssen.
Alles, was er sich mühsam aufgebaut hatte, wurde eines Morgens durch Linda, die Mutter seiner Freundin Emily, zerstört. Chad hatte seine Prothese neben dem Bett gelassen, während er im Haus übernachtete. Am nächsten Morgen war sie verschwunden—Emily ebenfalls. Chad fand Linda, die das Bein spöttisch als „kleines Gadget“ abtat. Schließlich entdeckte er die Prothese unter einem Haufen rostiger Autoteile in der Garage: irreparabel gerissen, die Kohlefaser zersplittert. Lindas Absicht war klar—seine Reise sabotieren, ihn demütigen und kontrollieren.

Als Chad Linda zur Rede stellte, spielte sie Unschuld und verdrehte die Wahrheit. Sie rechtfertigte den Schaden mit dem Vorwurf, Chad „ließe sie zurück“, und erklärte herablassend: „Du läufst mit diesen Krücken doch gut.“ Es ging nicht um die Reise, es ging um Macht, Kontrolle und Demütigung. Chad war auf Krücken angewiesen, seine Unabhängigkeit war gebrochen, und die geplante Reise war abgesagt. Emily bot später eine schwache Entschuldigung an, erklärte, ihre Mutter habe nur verhindern wollen, dass sie „ausgeschlossen“ wirke. Chad erkannte die Wahrheit: Emily hatte aus Bequemlichkeit geschwiegen.
Chad handelte entschlossen. Mit Lindas eigener Bestätigung—„Ja, ich habe es versteckt. Ja, ich habe es beschädigt. Und ich werde es wieder tun, wenn es bedeutet, dass meine Tochter nicht weint“—reichte er eine Klage wegen Sachbeschädigung und böswilliger Beeinträchtigung eines medizinischen Geräts ein. Linda lachte anfangs, doch sechs Wochen später war das Urteil eindeutig: Sie musste die vollen 7.000 Dollar Ersatz plus Anwaltskosten zahlen. Der Moment, als ihre Selbstgefälligkeit zerfiel, war für Chad eine stille, tief befriedigende Genugtuung.

Nach der Klage zog Chad aus. Emily konfrontierte ihn, beschuldigte ihn, ihr Leben ruiniert zu haben. Chad antwortete ruhig, dass Linda ihr eigenes Leben ruiniert hatte—und dass Emily sich entschieden hatte, durch Schweigen eine Seite zu wählen. Die Beziehung endete. Chad kehrte zu sich selbst zurück, stärker, unabhängig, frei. Mit einer neuen, besseren Prothese nahm er sein Leben wieder in die Hand—auf seinen eigenen Bedingungen, aufrecht und unerschütterlich.